Neuigkeiten

08.08.17 iSFP im BKI Energieplaner

Ab Mitte Oktober wird der Individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) in die Version 17 des BKI Energieplaners implementiert sein.

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14.07.17 Weiterbildungsförderung Bildungsprämie

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Förderbedingungen des Prämiengutscheins überarbeitet: Seit dem 01.07.17 können auch Weiterbildungen über 1.000 Euro bezuschusst werden.

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24.05.17 Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

Vor kurzem hat die dena den Individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) vorgestellt, den sie zusammen mit dem Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) und dem Passivhaus Institut (PHI) entwickelt hat. Das Werkzeug bietet die Möglichkeit, Ergebnisse von Energieberatungen für Wohngebäude übersichtlich in einem standardisierten Musterbericht zusammenzustellen.

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Bestnote bei Stiftung Warentest

02.02.17 Referentenentwurf für das Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Das Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden – kurz das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – soll, wie bereits in §1 der EnEV 2014 angekündigt, das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung  (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammenführen.

Darüber hinaus formuliert das GEG eine Definitionen für das Niedrigstenergiegebäude (vorerst nur für Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand), um einer der letzten verbliebenen Verpflichtungen der  EU Gebäuderichtlinie 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) nachzukommen. Ein Inkrafttreten ist für Januar 2018 geplant.

Allerdings scheint eine Verabschiedung in dieser Legislaturperiode ambitioniert.

(Update Mai 2017: Die Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) hat sich auf unbestimmte Zeit verzögert. Wir sind gespannt, in welcher Form die Diskussion des Thema nach der Bundestagswahl fortgesetzt wird.)

Wie aus der EnEV gewohnt, sieht der derzeitige Referentenentwurf des BMWi und des BMUB mit 115 Paragraphen Anforderungen an Neubauten und Bestandsgebäude vor. Es ist wahrscheinlich, dass sich Teile im weiteren Verfahren ändern, da sich der Gesetzesentwurf in der frühen Diskussionsphase befindet. Allerdings interessiert Sie sicher, worüber debattiert wird.

 

Was ändert sich für Energie-Effizienz-Experten?

Eine entscheidende Änderung ergibt sich für die Ausstellungsberechtigung für Energieausweise für Nichtwohngebäude. Hier fällt die Beschränkung auf die Ausstellungsberechtigung für Wohngebäude für die Personengruppen 2-4 nach §21 der aktuellen EnEV weg. In Zukunft könnten sich dem Entwurf nach also auch Handwerker und staatliche geprüfte Techniker zur Ausstellung von Energieausweisen für Nichtwohngebäude qualifizieren.

 

Was ändert sich bei der Nachweisführung?

Die Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs für Neubauten erfolgt weiterhin nach dem Referenzgebäudeverfahren. Die Bilanzierung nach DIN V 4108-6 und DIN V 4701-10 für Wohngebäude läuft Ende 2018 aus und wird durch die Bilanzierung nach DIN V 18599:2016 ersetzt. Ein vereinfachtes Verfahren für Wohngebäude steht im neuen Teil DIN V 18599-12 zur Verfügung.

Die Rahmenbedingungen des vereinfachten Modellgebäudeverfahrens zur Bilanzierung ungekühlter Wohnneubauten „EnEV easy“ wurden Ende letzten Jahres bekanntgegeben. Das Verfahren gibt es weiterhin.

Es gelten die Primärenergiefaktoren der DIN V18599:2016. Eine Anpassung der Werte und ggf. eine CO2-Bewertung sind für Ende 2018 geplant. Für aus dem Netz bezogenes Biogas in KWK-Anlagen (hocheffizient, vorliegende Massebilanz) ändert sich der Primärenergiefaktor auf fp=0,6  (vorher 1,1, da häufig als Erdgas betrachtet). Auch für Erdgas in KWK-Anlagen kann ein verbesserter Primärenergiefaktor von fp=0,6 angesetzt werden, wenn in Neubauten eingebaute und besonders effiziente Wärmeerzeuger Bestandsgebäude mitversorgen und deren Wärmeerzeuger ersetzen.

Bei der Ermittlung des Jahres-Primärenergiebedarfs QP darf gebäudenah erzeugter PV-Strom, der nicht für Stromdirektheizungen verwendet wird, zu maximal 20% (ohne Elektrospeicher) bzw. 25% (mit Speicher) angesetzt werden. Für die Berechnung wird ein vereinfachtes Verfahren in Abhängigkeit der installierten Anlagennennleistung etabliert. Die PV-Anrechnung anhand des monatsweisen Abgleichs von Strombedarf und Stromertrag bleibt für alle NWG erhalten, bei denen der strombasierte Energiebedarf für die Kühlung, Beleuchtung und Belüftung gegenüber der Beheizung dominiert.

Die bisherige Anforderung des EEWärmeG für Neubauten und Gebäude der öffentlichen Hand, die grundlegend renoviert werden, mindestens 15% des Wärme- und Kälteenergiebedarfs über erneuerbare Energien zu decken, bleibt erhalten. Die Regelung berücksichtigt nun auch Strom aus erneuerbaren Energien. Für Wohngebäude gilt vereinfacht: PV-Anlagen mit einer Nennleistung von mindestens 0,02 Kilowatt je Quadratmeter Gebäudenutzfläche erfüllen die Vorgabe.

Als Ersatzmaßnahme erfüllt zukünftig eine Unterschreitung des baulichen Wärmeschutzes um 10% die Anforderung, einer zusätzlichen primärenergetischen Anforderung bedarf es nicht mehr.

Zonen in Nichtwohngebäuden, die eine Raumhöhe von über 4m aufweisen und durch dezentrale Gebläse oder Strahlungsheizungen beheizt werden, sind von der Verpflichtung zur anteiligen Deckung des Wärme- und Kälteenergiebedarfs über erneuerbare Energien ausgenommen.

Auch im Bereich der Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz gibt es relevante Änderungen. Wohngebäude müssen, wie seit dem 1.1.2016 geregelt, den spezifischen Transmissionswärmeverlust H’T des Referenzgebäudes unterschreiten, die zusätzliche Einhaltung des H’T-Tabellenwertes (Anlage 1, Tabelle 2 der EnEV) entfällt aber. Für Nichtwohngebäude gilt unverändert die Einhaltung der mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten Uquer. Bei der Bewertung von Wärmebrücken erfolgt die Bezugnahme auf das kommende Beiblatt 2 der DIN 4108:2017-03. Über dessen Veröffentlichung mit erweiterten Details und zeitgemäßen Dämmstärken werden wir gesondert berichten.

Für den Bauteilnachweis müssen weiterhin die bekannten Tabellenwerte („Anlage 3“) für Wärmedurchgangskoeffizienten eingehalten werden. Für Wohngebäude gelten die Anforderungen alternativ als erfüllt, wenn Jahres-Primärenergiebedarf QP und spezifischer, auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogener Transmissionswärmeverlust H’T des Referenzgebäudes um maximal 40% überschritten werden. Bei Nichtwohngebäuden betrifft die 40%ige Überschreitung den Jahres-Primärenergiebedarf QP und das 1,25-Fache der Höchstwerte der mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten Uquer der wärmeübertragenden Umfassungsfläche.

Bei der Erweiterung und dem Ausbau eines Gebäudes  gelten keine primärenergetischen Anforderungen mehr. Damit entfällt auch die Unterscheidung, ob im Zuge der Erweiterung ein neuer Wärmeerzeuger eingebaut wurde oder nicht. Neu hinzukommende Außenbauteile von Wohngebäuden müssen den spezifischen, auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogenen Transmissionswärmeverlust des Referenzgebäudes, bei Nichtwohngebäuden den mittleren Wärmedurchgangskoeffizient der wärmeübertragenden Umfassungsfläche unterschreiten.

Öffentliche Gebäude, die von Behörden genutzt und grundlegend renoviert werden, müssen Wärme- und Kälteenergiebedarf dieser Gebäude durch die anteilige Nutzung von erneuerbaren Energien decken. Dies gilt bei Heizungstausch oder Renovierung  von mehr als 20% der Gebäudehülle.

 

Was ändert sich am Anforderungsniveau?

Das bekannte Referenzgebäude bleibt überwiegend erhalten. Weder halten Dreischeiben-Wärmschutzverglasung, Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung noch Wärmepumpen Einzug. Allerdings besitzt das Referenzgebäude nun zur Wärmeerzeugung einen Erdgas-Brennwertkessel (anstelle von Heizöl), was wegen der realen Marktdominanz des Energieträgers zu begrüßen ist. Die Verschärfung des zulässigen Primärenergiebedarfs durch die Umstellung des Energieträgers ist gering. Sie resultiert aus dem zwar um 5% höheren Brennwert von Erdgas, wird aber nur um ein bis zwei Prozent durchwirken.

Auch die seit dem 1.1.2016 geltenden Verschärfungen hinsichtlich des baulichen Wärmeschutzes und des Primärenergiebedarfs bleiben in der Art der Anwendung und in der Höhe (um 25%) unverändert erhalten, inklusive der bekannten Beschränkung auf Neubauten. Die bisherige Ausnahme von Zonen in Nichtwohngebäuden (bis 4 m Raumhöhe, durch dezentrale Gebläse- oder  Strahlungsheizungen  beheizt) von der 25%igen Verschärfung der Primärenergieanforderungen fällt weg.

Neue Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand unterliegen ab 2019 den strengeren Anforderungen für  Niedrigstenergiegebäude. Sie umfassen die Unterschreitung des Jahres-Primärenergiebedarfs (um 26%) und der mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten der wärmeübertragenden Umfassungsfläche (um 12%). Für andere Nichtwohngebäude und Wohngebäude gilt die Regelung ab 2021. Hier steht eine Definition der Eigenschaften noch aus.

Die Effizienzklassen im Energieausweis für Wohngebäude werden von End- auf Primärenergie umgestellt. Dadurch rücken Wärmepumpen und Holzpelletkessel optisch wieder zusammen.

 

Wie bleibe ich informiert?

Wir halten Sie auf dem Laufenden. Im Jahr 2017 stehen noch weitere Novellen und Änderungen an, über die wir berichten werden. Gerne begrüßen wir Sie auch als Teilnehmer unseres Fernlehrgangsangebots, das beständig an die veränderliche Gesetzeslage angepasst wird.

 

 

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